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In der Aufzeichnung von 1375 über eine Versammlung der städtischen Gilden von
London begegnen wir zum ersten Mal dem Ausdruck «Free Mason». Mason ist
französisch-normannischer Herkunft (masoun, massone, maçon) und heisst Steinmetz.
Der Zusatz «Free» bedeutet, dass den Steinmetzgilden vom Staat gewisse
wirtschaftliche Freiheiten zugestanden wurden, weil man auf ihre Dienste angewiesen
war. Ein «Free Mason» war ein ausgebildeter Steinmetz, Steinbildhauer
oder Baumeister, der auch über architektonische Kenntnisse verfügte. Das deutsche
Wort Freimaurer ist demnach eine recht präzise Übersetzung des englischen
Begriffs.
Der Grundstein zur heutigen Freimaurerei wurde am 24. Juni 1717 in London gesetzt
mit der Vereinigung von vier Freimaurerlogen zur ersten Freimaurer-Grossloge der
Welt. Das geistige Fundament dazu legte bald darauf der Prediger James Anderson
1723 in seiner Niederschrift der «Old Charges» (Alte Pflichten) und «Old Landmarks
» (Alte Landmarken), der ersten freimaurerischen Konstitution. Darin wurde
vor allem das Leitbild der Toleranz und der Brüderlichkeit in der menschlichen
Gesellschaft verankert. Damit vertrat die Grossloge die Thesen der Aufklärung und
setzte sich besonders ein für tolerantes Religionsverständnis. So errichtete man
nun keine Kathedralen mehr, sondern baute am geistigen Tempel der Humanität.
Die Mehrzahl der englischen Bauhütten schloss sich in der Folge dieser Grossloge
an. Nun konnte die Freimaurerei, wie wir sie heute praktizieren, gedeihen und sich
über die ganze zivilisierte Welt ausbreiten.
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